| Liebe Leser ! |
 Es ist schon einige Jahre her, dass gut ein Dutzend Neugierige an einem ersten Stickwalking® -Schnupperkurs im Hamburger Jenischpark teilnahmen.Vorausgegangen war eine knapp zweijährige "Testphase", in der ich sozusagen im Selbstversuch und zusammen mit guten Freunden herauszufinden suchte, ob die bei meiner ersten Begegnung mit den Teleskopstöcken gemachten Erfahrungen rein subjektiven oder doch allgemeingültigen Charakter hatten. Insbesondere aufgrund der Unterstützung eines im Bereich Freizeit- und Gesundheitssport sehr engagierten Sportwissenschaftlers kamen wir dann zu dem Schluss, dass die Sache an sich und ganz objektiv eine richtig gute war (damals wußte ich noch nichts von der Terrainkur des Dr. Beckmann und den Untersuchungen von Dr. Neureuther) und wir beschlossen, Stickwalking® publik zu machen. Im Rahmen der Veranstaltungen des Vereins New Generation bot ich dann den Schnupperkurs an, der innerhalb von wenigen Tagen ausgebucht war. Am 19. April 1997 trafen wir uns im Jenischpark und diese Veranstaltung war die Geburtsstunde der Sportart Stickwalking®. Inzwischen gibt es vor allem im norddeutschen Raum eine ganze Reihe von Vereinen, die Stickwalking® in ihr Kursprogramm aufgenommen haben, dazu zahlreiche freie Stickwalking® -Treffs und insgesamt eine beachtliche Gemeinde von Menschen, die der "bazillus stickwalkus" erfasst hat. Für alle, die dieser Stickwalking® -Gemeinschaft schon angehören und für jene, die vielleicht neu dazukommen möchten, habe ich nun Informationen rund um Stickwalking® in das Internet gestellt. Kritik, Anregungen und / oder eigene Beiträge werden gerne aufgenommen.
Ich wünsche allen viel Spaß  |
Kontakt: Marina
Wolff-Bühring,
Strehlowweg 46, 22605 Hamburg
Tel: 040 / 880 82 38, Mobil: 0172 418 44 13
e-mail: wolff-buehring@stickwalking.de
Marina Wolff-Bühring
Wie Stickwalking® entstand
In München geboren, verlebte ich die ersten 30 Jahre meines Lebens in Bayern und Österreich. Dann zog ich nach Hamburg, eine Stadt, in der ich nun seit 37 Jahren gern und gut lebe - sie hat nur einen gravierenden Nachteil: es gibt hier keine Berge. Und für mich sind Berge das, was für die Norddeutschen das Meer ist: Bestandteil der Lebensqualität. Für mich gibt es nichts Schöneres als Ski(lang)lauf und Bergwandern. Und daher fahre ich seit ich in Hamburg lebe mindestens ein- bis zweimal im Jahr in die Berge, um mich dort für den Rest des Jahres körperlich und seelisch fit zu machen.
Im Sommer 95 dann der erste große Schock: Eine früher oft und problemlos gewanderte Tour machte mir mit einem Mal zu schaffen. Zur Unterstützung meiner ganz offensichtlich geschwächten Kondition empfahl mir mein Vetter aus Garmisch die damals gerade in Mode kommenden Teleskopstöcke als "Steighilfen". Entrüstet lehnte ich ab: "Sooooo alt bin ich noch nicht, dass ich am Stock gehen müßte...."
Im folgenden Jahr aber mußte ich eine Bergtour kurz unter dem Gipfel abbrechen! Offensichtlich war ich doch schon "soooo alt". Eine ganz fürchterliche Erkenntnis! Da besann ich mich auf die "Steighilfen". Ich erstand die erstbesten Teleskopstöcke und am nächsten Tag gelang die Tour wie in alten Zeiten! "Vierbeinig" war ich trotz meiner 60 Jahre offensichtlich jung genug, um wie früher in die Berge zu gehen und es steht zu erwarten, dass ich dies auch mit 80 noch sein werde.
Am Ende dieses Urlaubs stellte ich dann noch zu meiner Überraschung fest, dass die Verspannungen im Schulter-Nackenbereich, an denen ich seit fast 10 Jahren litt, nahezu verschwunden waren. Die harmonisch-rhythmische Aktivierung der Arm- und Schultermuskeln durch die Handhabung der Stöcke hatten ganz offensichtlich heilsam und entspannend gewirkt. Dieser "Nebeneffekt" war es, der mich nach meiner Rückkehr nach Hamburg bewog, auch auf meinen Wanderungen durch die norddeutsche Tiefebene die Bergstöcke mitzuführen - zum eigenen Wohle und zum uneingeschränkten Vergnügen aller, die mir begegneten! Die fehlende Steigung der Berge ersetzte ich durch Tempo und nannte das Ganze "Stickwalking
" (inzwischen ist Stickwalking® als Markenname eingetragen).
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Vorläufer von Stickwalking®: die Terrainkur
Bereits Mitte der 50er Jahre vertrat Dr. Peter Beckmann, der Leiter einer Kurklinik in bayerischen Ohlstadt (und Sohn des bekannten Malers Max Beckmann), die damals fast revolutionäre Auffassung, dass dosierte Bewegung nach überstandener Krankheit, aber auch bei Wirbelsäulenbeschwerden und sogar nach Herzinfarkt, gesundheitsförderlicher sei, als die normalerweise verordnete Schonung.
Er griff damit einen Gedanken auf, den der Münchener Internist Prof. Max Joseph Oertel bereits 1875 erstmals erfolgreich in die Tat umgesetzt hatte: Prof. Oertel machte mit einem stark übergewichtigen Patienten mit unfallbedingter Wirbelsäulenverkrümmung so lange erst kleine, dann immer längere Bergwanderungen, bis dieser Patient zum normalgewichtigen, leidenschaftlichen Bergsteiger, d.h. völlig gesunden Menschen wurde.
Diese von Prof. Oertel so genannte "Terrainkur" ergänzte Dr. Beckmann, angeregt durch einen Patienten, zunächst durch zwei Haselstöcke.
"Am besten wird die Terrainkur heute durchgeführt mit zwei Stöcken, genutzt wie von den Läufern beim Skilanglauf, um die Körperarbeit auf Beine und Arme zu verteilen und den Bewegungsapparat zu entlasten."
Genauers unter: "Die Geschichte der kardiologischen Rehabilitation unter besonderer Berücksichtigung der Bewegungsabläufe" Kapitel 10. Herausgegeben von DGPR (Deutsche Gesellschaft für Prävention und Rehabilitation) 1993
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Die Untersuchung von Dr. Gottfried Neureuther *
Ein Freund und Kollege Dr. Beckmanns, der Garmischer Internist und Landesarzt der Bayerischen Bergwacht, Dr. Gottfried Neureuther, Vater des bekannten Skiläufers, führte dann Anfang der 80er Jahre Messungen zur tatsächlichen Entlastung des Bewegungsapparates durch.
Ihm war der Gedanke gekommen, dass die unter hoher Dauerbelastung stehenden Knie- und Hüftgelenke "seiner" Bergwachtler durch den Einsatz von 2 Stöcken möglicherweise vor einem frühzeitigen Verschleiss bewahrt werden könnten.
Das Ergebnis dieser Messungen:
Die Stöcke entlasten die Beine natürlich am stärksten bergab, nämlich um bis zu 560 kg pro Minute;
bergauf beträgt die Entlastung bis zu 480 kg/Min. und selbst in der Ebene sind es noch bis zu 225 kg/Min.
Auf eine Stunde hochgerechnet ergeben sich Entlastungspotenziale von bis zu 34 (bergab), 28 (bergauf) bzw. 13 to (in der Ebene).
Allerdings hatten die bei der Untersuchung noch verwendeten einteiligen Skistöcke - so sehr sie auch entlasteten - einige kleine Nachteile: Das recht unhandliche Packmaß und die fehlende Anpassungsmöglichkeit der Stockhöhe an Körpergröße und Gelände.
Nachdem bereits Mitte der 70er Jahre ein 2-teiliger "Verstellstock"
entwickelt worden war, kamen Mitte der 80er Jahre die heute gängigen 3-teiligen Teleskopstöcke auf den Markt, die, beim Klettern im Fels, ineinander geschoben und im Rucksack verstaut werden konnten.
Das waren die Stöcke, die ich im Sommer 1995 in den bayerischen Alpen kennenlernte....
*Veröffentlicht in: Münchener Medizinische Wochenschrift 123 (1981)
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